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Entgleisten Stoffwechsel normalisieren und epigenetisch Gewicht kontrollieren

Zuviel Stress, eine ungünstige Essensauswahl, welche mehrheitlich aus Süssem und Fettigem besteht sowie zu wenig Bewegung können den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen. Wie kann der entgleiste Stoffwechsel wieder normalisiert und das Gewicht kontrolliert werden?

Wer im Berufs- und Privatleben über längere Zeit hinweg grossen Belastungen ausgesetzt ist, ist oft dazu geneigt, dem Körper die nötige Energie dafür über die Nahrung zuzuführen. Statt zu gesunden Kohlehydraten („Carbs“) wird dabei gerne zu stark zuckerhaltigen Lebensmitteln und fettigem Fast Food gegriffen. Die Folge davon ist ein rasanter Anstieg der Freisetzung von Zuckern und freien Fettsäuren im Blut und damit verbunden einer erhöhten Ausschüttung von Insulin, welche allerdings ebenso rapide abfällt, sobald die erhöht anfallenden Zucker verstoffwechselt sind. Wenn das Essverhalten stressorientiert bleibt, können die langfristigen Auswirkungen sein, dass der Zucker- und der Fettstoffwechsel entgleist und damit der Energiehaushalt nachhaltig gestört wird. Als Folge davon verändert sich das epigenetische Gleichgewicht im Körper. Dies kann sich dann zum Beispiel in erhöhter Müdigkeit nach dem Essen äussern oder sichtbar zu erhöhtem Bauchfett führen. Halten die stressorientierten Verhaltensweisen an, kann der Stoffwechsel epigenetisch getriggert weiter bis zu Insulinresistenz entgleisen. Bleibt der Lebensstil unverändert, können Übergewicht und Diabetes Typ 2 epigenetisch getriggert langfristig die Folge sein.

Epigenetisch Gewicht kontrollieren

Die Epigenetik ist ein Forschungsgebiet in der Biologie. Untersucht wird dabei unter anderem folgende Frage: Wie verändern sich die Zelleigenschaften im Körper durch den Lebensstil und Umwelteinflüsse?

Verschiedene Studien zeigen, dass Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz, Übergewicht oder gar Diabetes Typ 2 epigenetischer Natur sind. Bedeutend für die wirksame Therapie ist die Erkenntnis, dass der Epigenotyp bei Entstehung dieser Erkrankungen relevanter ist als der Genotyp.

Bei einem gesunden Stoffwechsel werden über die Nahrung aufgenommene Fette aus dem Blut in die Zellen transportiert und dort zu verwertbarer Energie umgewandelt. Wenn jedoch die oben erwähnten Umweltfaktoren wie Stress, fett- und zuckerreicher Nahrung und Bewegungsarmut Überhand nehmen, kann dies negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben: Der Organismus kann die Energiequelle Fett nicht mehr ausreichend nutzen und muss zunehmend auf den alternativen Energieträger Zucker ausweichen, um Energie zu gewinnen. Dauert diese Stoffwechsel-Fehlregulation an, ist der Blutzucker permanent hoch, Heisshunger-Attacken, Müdigkeit, Bauchfett und Übergewicht entstehen. Eine versteckte Insulinresistenz bahnt sich an und kann bis zu Diabetes Typ 2 führen. Für die medizinische Forschung sind das revolutionäre Erkenntnisse. Denn sie bedeuten, dass eine herkömmliche Diät nicht zum Ziel führen kann, weil der „Fettabbau Genbereich“ allein durch Kalorienreduktion nicht genügend aktiviert wird. Im Gegenteil, der JoJo Effekt ist epigenetisch vorprogrammiert, weil eine herkömmliche Diät den Heisshunger auf Zucker über die genannten Mechanismen noch verstärken wird.

Wenn es jedoch gelingt, die abgeschalteten Gene mittels Anpassung der Lebensweise wieder zu reaktivieren, sind diese Krankheitsbilder erfolgreich zu behandeln. Dabei ist die Ernährung der ausschlaggebende Punkt, aber die Anpassung des Lebensstils sollte auch weitere wichtige Bereiche einbeziehen wie: Reduktion von Stress, mehr und besserer Schlaf sowie mehr Bewegung sollten in den Alltag eingebaut werden.

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