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Epigenetik, Ernährung und Diabetes Typ 2, Teil 1

Die Epigenetik ist ein aktuelles und aufstrebendes Forschungsgebiet der Biologie. Sie befasst sich mit Veränderungen der Zelleigenschaften im menschlichen Körper, die durch Lebensstil und Umwelteinflüsse verursacht werden.

Diese epigenetischen Veränderungen beruhen auf der Aktivität der Gene, das heisst, dem Bauplan des Menschen und werden durch die Ernährung beeinflusst. Die menschliche DNA-Sequenz, der Genotyp, wird dabei nicht verändert. Chemische Substanzen, sogenannte Methylgruppen, heften sich an einen bestimmten Baustein der Erbsubstanz und schalten die Aktivität des Gens an oder aus.

Epigenetik beeinflusst den Stoffwechsel

Es gilt heute als gesichert, dass äussere Einflüsse wie Nahrung, Stress, aussergewöhnliche Belastungen, Sport, Erziehung und vieles mehr unsere Zellen in dieser Art chemisch umprogrammieren. Verschiedene Studien zeigen, dass Bauchfett, Übergewicht oder Stoffwechselstörungen primär ernährungsseitig epigenetischer Natur sind. Bei gesundem Stoffwechsel werden über die Nahrung aufgenommene Lebensmittel in verwertbare Energie umgewandelt. Allerdings beeinflusst die Epigenetik den Stoffwechsel ganz anders als bisher angenommen und erfordert einen ganz neuen Denkansatz bzw. Sichtweise der Beteiligung der Fette respektive des „Zuckers“ bei Diabetes Typ 2.

Denn unausgewogene Ernährung, wenig Bewegung und Stress beeinträchtigen in erster Linie zuerst die Aktivität der für den Fettstoffwechsel zuständigen Genbereiche epigenetisch. Damit wird die Aktivität der daraus gebildeten fettverbrennenden Enzyme gehemmt. Als Folge davon kann der Organismus die Energiequelle Fett nicht mehr ausreichend nutzen und weicht zunehmend auf den Energieträger Zucker aus. Es reichern sich freie Fettsäuren im Körper an und diese verstärken die bekannten negativen Auswirkungen erhöhter Blutzuckerkonzentrationen.

Lesen Sie im zweiten Teil dieses Artikels, welche langfristigen Auswirkungen diese Stoffwechsel-Fehlregulationen haben können und weshalb die Epigenetik Hoffnung auf eine neue Nutzung der Ernährung gibt.

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